NEBENBEI BEMERKT: Es war einmal „Alice im Weidelland“

Rainer Sauer NEBENBEI BEMERKT Logo

„Es war einmal…“ – Mit diesen Worten beginnen viele Märchen. Und in der Tat: Es war einmal eine Spitzenkandidatin einer nicht ganz so braven Partei, über die staunte die ganze Republik, lebt sie doch mit einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin in Biel und zieht dort zwei Kinder groß – ganz wie in einem Märchen. Und kurios.

Kurios einerseits, weil Biel in der Schweiz liegt, die Dame aber angibt, nicht m Ausland sondern in der Bundesrepublik zu leben. Das ist in ihrer Partei wichtig, denn dort muss man „echter“ Deutscher sein, wenn man nicht „in Anatolien entsorgt“ werden soll. Kurios andererseits, weil viele Anhänger ihrer Partei erstens Probleme mit Menschen haben, die einen Migrationshintergrund besitzen, und zweitens Probleme haben mit Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben, weil dies ihrer Ansicht nach nicht der Norm entspricht.

Und doch ist diese Dame in ihrer Partei beliebt und wenn sie beispielsweise nach Jena kommt, um dort zu ihren Anhängern  zu reden, denn singen die zum Zeitvertreib auch schon mal die alten Volkslieder „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ und „Wir bauen eine U-Bahn bis nach Auschwitz“. Das lässt sich die Spitzenkandidatin dann nicht zwei Mal sagen singen und ruft dem Volke zu, die Bundeskanzlerin müsse ins Gefängnis, denn sie sei für den Zerfall der inneren Sicherheit „in unserem Land“ allein verantwortlich.

Kommen jedoch unangenehme Dinge ans Licht, wie eine E-Mail mit problematischem Inhalt oder Berichte über die illegale Beschäftigung eine Asylbewerberin aus Syrien, gibt sich Alice im Weidelland eher wortkarg. Sie werde „wirklich nicht über jedes absurde Stöckchen springen, das man mir hinhält, und diese plumpe Kampagne auch noch selbst befeuern.“ sagt sie. Dementis hören sich anders an!

Klar ist bei weitemn noch nicht, ob sich die Vorwürfe gegen die Spitzenkandidatin bestätigen, klar ist aber, dass die Partei Alternative für Deutschland, die sie als Spitzenpolitikerin in den Bundestag führen wird, in Teilen eine extremistische Partei mit rassistischen Zügen ist. Und das ist gar nicht märchenhaft für unser Land.

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