Und dann war da noch… „Das bewusste Missverstehen“

dsc-1069r-portal

Eigentlich standen beim 69. Ord. Bundesparteitag der Freien Demokraten in Berlin viele und ganz andere Themen auf der Agenda. Parteichef Christian Lindner sorgte dann aber eber nebenbei für einen um so größeren Aufschrei in den sozialen Netzwerken mit dem Vorwurf, sich rassitisch geäußert zu haben.

Gesagt hatte der Liberalen-Chef in seiner Grundsatzrede auf dem Parteitag unter anderem:

„Man kann beim Bäcker in der Schlange nicht unterscheiden, wenn einer mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen bestellt, ob das der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer.

Damit die Gesellschaft befriedet ist, müssen die anderen, die in der Reihe stehen, damit sie nicht diesen Einen schief anschauen und Angst vor ihm haben, müssen sich alle sicher sein, dass jeder, der sich bei uns aufhält, sich legal bei uns aufhält.

Die Menschen müssen sicher sein, auch wenn jemand anders aussieht und noch nur gebrochen Deutsch spricht, dass es keinen Zweifel an seiner Rechtschaffenheit gibt. Das ist die Aufgabe einer fordernden, liberalen, rechtsstaatlichen Einwanderungspolitik.“

Spiegel-Kommentar Teaser

War das tatsächlich eine „rassitische Äußerung“, wie man es dem FDP-Vorsitzenden schnell vorwarf? Christian Lindner äußerte sich gegenüber der BILD-Zeitung hierzu wie folgt:

„Exakt das Gegenteil stimmt. Mir berichten Zuwanderer, dass sie beim Bäcker in der Schlange Seitenblick bemerken, seit der Staat die Kontrolle bei der Flüchtlingskrise verloren hat. Sie spüren Fremdenangst und Pauschalurteile. Beides ist unberechtigt.

Die Antwort darauf ist ein funktionierender Rechtsstaat. Wenn man davon ausgehen kann, dass jeder in der Schlange beim Bäcker rechtschaffend und legal im Lande ist, befriedet das die Gesellschaft. Da wir eher mehr als weniger Zuwanderung brauchen, ist dieser soziale Konsens eine Voraussetzung, dass Talente aus dem Ausland auch gerne zu uns kommen. Deshalb sollte Innenminister Horst Seehofer schnellstmöglich einen Migrationsgipfel von Bund, Ländern und Gemeinden einladen.“

Weiter fragte die BILD: „Herr Lindner, wollen Sie mit solchen Sprüchen AfD-Wähler zur FDP holen?

Lindner: „Meine Position ist exakt das Gegenteil der AfD-Position, die von einer rassischen, kulturellen oder religiösen Gleichheit des Volkes ausgehen. Ich plädiere dagegen für Vielfalt. Herkunft oder Religion spielen für uns keine Rolle, wenn jemand nach den Regeln spielt und sich um seinen Lebensunterhalt durch Arbeit bemüht. Den Einsatz für den Rechtsstaat und eine geordnete Einwanderungspolitik überlasse ich aber nicht der AfD.“


Rainer Sauer NEBENBEI BEMERKT Logo

Mit dem persönlichen Empfinden von Rassismus ist das so eine Sache. Siehe zum Beispiel HIER.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s